Freitag, 12. Februar 2010

Marceau im Geschlechterkrieg zum Totlachen

In „Auf der anderen Seite des Bettes“ tauschen Sophie Marceau und Danny Boon als entnervtes Ehepaar

Düsseldorf. Klischees warten auf ihre Bestätigung. Besonders, wenn sie sich „Auf der andere Seite des Bettes” wälzen. Die Komödie mit der zauberhaften Sophie Marceau und Dany Boon als Ehepaar am Rande des Nervenzusammenbruchs will nicht der „Feind in meinem Bett” sein.

Der Geschlechterkrieg ist in dieser überzeichneten Geschichte zum Totlachen: Die ewig mädchenhafte Marceau mimt die gestresste Ariane, die als engagierte Mutti in einem Meer aus überquellenden Wäschekörben und eigenen Ansprüchen zu ertrinken droht.

Tiefschläge in der Chefetage

Man sieht ihr dabei zu, wie sie über Spielzeug stolpert, die Kinder zur Schule bringt und hört sie den altbekannten Schlager „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann” summen. Und weil dieser, der Bagger-Verleihbetrieb-Geschäftsführer, das tatsächlich behauptet, verpasst Sie ihm erst einen Faustschlag ins Gesicht und haut ihn dann endgültig mit einem Angebot um, das er sich nicht ausschlagen traut: Sie übernimmt für ein Jahr die Firma, er den Haushalt.

Es dauert keine Woche, bis beide wieder in ihr altes Leben zurückwollen: Er verzweifelt
beim Kochen mit gleichzeitigem Zubettbringen und parallelem Bügeln. Sie lernt, dass Schulterschoner in der Chefetage keine Tiefschläge abfedern. Doch kommt alles ganz anders. Er fängt an, sich die Augenbrauen zu zupfen, sie lernt Zigarren rauchen. Dem Film würden sicherlich etliche Plattitüden verziehen, wenn er im Fernsehen laufen würde. Fürs Kinoformat reicht es aber nicht. Wenn Hugo kurz vor einem Seitensprungs steht, muss das Hotel nicht auch noch „Amors Stallungen” heißen. Sein Versuch, unter falschem Namen ein Zimmer zu mieten ist witzig genug.

Text: NIKOLAOS G E O R G A K I S
Erschienen in der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung (NRZ)
vom 27. Januar 2010

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