Mittwoch, 6. Oktober 2010

Neues Selig-Album: "Von Ewigkeit zu Ewigkeit"

Selige Hippies

Selig haben nach ihrem fulminanten Comeback in 2009 einfach weiter gemacht – und das klingt auch gut so. Die Hamburger Rockgruppe bringt mit „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Universal) ihr fünftes Studioalbum heraus. Die euphorisch-elektrisierende Grundstimmung kommt gleich im Refrain des ersten Liedes „5000 Meilen“ gesanglich zum Ausdruck: „Wir haben nichts zu verlieren / und es verlangt nach mehr.“

Die CD hört sich so an, als ob die fünf Musiker mit dem charismatischen Sänger und Texter Jan Plewka in ihrer Mitte, teuflischen Spaß an ihrem eigenen, psychedelisch grundierten Sound hätten; als spielten sie wie im Rausch eines ihrer Live-Konzerte weiter. Auch deshalb sind vielleicht die Lieder härter geraten als noch auf dem Wiedervereinigungs-Album ("Und endlich unendlich") vor einem Jahr. Die einen werden die rockigere Gangart des neuen und wieder einmal selig machenden Albums lieben, die anderen die mal lasziv, mal verdrießlich röhrenden Plewka-Stimme als zu sehr in den Hintergrund gerückt empfinden.

Das gilt freilich nicht für das wunderschön arrangierten Liebes- und Titellied „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (mit dem Selig bei Raabs Bundesvision Songcontest vertreten sind). In diesem Stück schwingt Zeile um Zeile, Note um Note das melancholische Begehren mit, das sich in nahezu allen Songs nach Ewigkeit und Übersinnlichkeit sehnt. Klingt nach Hippie-Kram und das klingt wirklich gut so. Von uns aus könnte das mit Selig ewig so weiter gehen.

Text: Nikolaos G e o r g a k i s,
erschienen in der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung (NRZ) vom 1. Oktober 2010
Foto: Universal

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